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<title>Fruchtkörper</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Fruchtkörper</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Fruchtkörper</b> (<b>Karposoma</b>) sind die <a href="Fruktifikation" title="Fruktifikation">Fortpflanzungsorgane</a> <a href="Vielzeller" title="Vielzeller">mehrzelliger</a> <a href="Pilze" title="Pilze">Pilze</a>. Sie entsprechen dem, was man gemeinhin als „Pilz“ bezeichnet. Dagegen verstehen Biologen unter einem Pilz den gesamten <a href="Organismus" title="Organismus">Organismus</a>, also auch die Teile, die meist im <a href="Substrat_(%C3%96kologie)" title="Substrat (Ökologie)">Substrat</a> oder Boden verborgen sind und als <a href="Myzel" class="mw-redirect" title="Myzel">Myzel</a> bezeichnet werden.
</p><p>Vergleicht man Pilze mit höheren Pflanzen, so entsprechen die Fruchtkörper der Pilze den Blüten der Pflanzen. Der Fruchtkörper der <a href="Schleimpilze" title="Schleimpilze">Schleimpilze</a> wird auch als <i><a href="Sporocarp" class="mw-redirect" title="Sporocarp">Sporocarp</a></i> bezeichnet, weil in ihm die für die geschlechtliche Vermehrung notwendigen <a href="Spore" title="Spore">Meiosporen</a> gebildet werden; dieser besteht aus verzweigten, mehr oder weniger miteinander verwachsenen <a href="Hyphe" title="Hyphe">Hyphen</a>, welche die <a href="Spore" title="Spore">sporenbildenden</a> Strukturen ausbilden und daher auch als <i>generative Hyphen</i> bezeichnet werden.
</p><p>Wenn die Umweltbedingungen – besonders Temperatur, Feuchtigkeit und Nährstoffangebot – günstig sind, können Fruchtkörper schnell heranwachsen. Früher war die Fruchtkörperform ein sehr wichtiges Kriterium für die <a href="Systematik_(Biologie)" title="Systematik (Biologie)">systematische Einteilung</a> der Pilze; neuere <a href="Molekularbiologie" title="Molekularbiologie">molekularbiologische</a> Untersuchungen haben aber gezeigt, dass die <a href="Morphologie_(Biologie)" title="Morphologie (Biologie)">Morphologie</a> der Fruchtkörper wenig über die Verwandtschaftsverhältnisse eines Pilzes aussagt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fruchtkörpertypen"><span id="Fruchtk.C3.B6rpertypen"></span>Fruchtkörpertypen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Basidiokarpe_oder_Basidiomata">Basidiokarpe oder Basidiomata</h3></div>
<p>Bei den <a href="St%C3%A4nderpilze" title="Ständerpilze">Ständerpilzen</a> (Basidiomycota) werden die Fruchtkörper <i>Basidiokarpe</i> bzw. <i>Basidiomata</i> genannt. Ständerpilze nennt man sie, weil ihre Sporen, die <a href="Basidiospore" title="Basidiospore">Basidiosporen</a>, auf besonderen, ständerartigen Hyphen, den <a href="Basidie" title="Basidie">Basidien</a>, gebildet werden. Die Sporen entwickeln sich an den Basidien, werden oft aktiv abgeschleudert und meist vom Wind verbreitet (Beispiele: <a href="Champignons" title="Champignons">Champignons</a>, <a href="Steinpilze" title="Steinpilze">Steinpilze</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ascokarpe_oder_Ascomata">Ascokarpe oder Ascomata</h3></div>
<p>Bei den <a href="Schlauchpilze" title="Schlauchpilze">Schlauchpilzen</a> (Ascomycota) spricht man von <i>Ascomata</i> bzw. <i>Ascokarpen</i>. Die Sporen reifen hier in schlauch- oder sackartigen Zellen heran, die als <i><a href="Ascus" title="Ascus">Asci</a></i> bezeichnet werden. Aus den Asci werden die Sporen teilweise regelrecht herausgeschleudert (Beispiele: <a href="Morchel" class="mw-redirect" title="Morchel">Morcheln</a>, <a href="Tr%C3%BCffel" title="Trüffel">Trüffel</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Teleomorphe_oder_Hauptfruchtform">Teleomorphe oder Hauptfruchtform</h3></div>
<p>Bei den <a href="Gro%C3%9Fpilz" title="Großpilz">Großpilzen</a> dienen Fruchtkörper in allererster Linie dazu, die für eine geschlechtliche Fortpflanzung notwendigen <a href="Haploid" class="mw-redirect" title="Haploid">haploiden</a> Meiosporen zu bilden. Solche Fruchtkörper werden auch <i>Hauptfruchtform</i> oder <a href="Teleomorphe" title="Teleomorphe">Teleomorphe</a> genannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anamorphe_oder_Nebenfruchtform">Anamorphe oder Nebenfruchtform</h3></div>
<p>Bei vielen Ascomyceten, aber auch bei einigen Basidiomyceten, werden über eine <a href="Mitose" title="Mitose">mitotische</a> Teilung ungeschlechtlich Vermehrungssporen – sogenannte <a href="Konidiospore" class="mw-redirect" title="Konidiospore">Konidiosporen</a> – gebildet. Fruchtkörper, die diese Sporen bilden, werden <a href="Anamorphe" title="Anamorphe">Anamorphe</a> oder Nebenfruchtform genannt. Bei einigen niederen Pilzen kennt man nur eine ungeschlechtliche Vermehrung über die Anamorphe. Solche Pilze werden auch als <a href="Fungi_imperfecti" title="Fungi imperfecti">Fungi imperfecti</a> bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fruchtkörperformen"><span id="Fruchtk.C3.B6rperformen"></span>Fruchtkörperformen</h2></div>
<p>Die Fruchtkörper können bei Pilzen ganz unterschiedlich geformt sein. Dabei ist die Form des Fruchtkörpers ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Grundsätzlich unterscheidet man die Fruchtkörper danach, ob sich das <a href="Hymenium" title="Hymenium">Hymenium</a> (Fruchtschicht) auf der Außenseite des Fruchtkörpers, auf der Unterseite oder im Inneren des Fruchtkörpers befindet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hymenium_auf_der_Oberfläche_oder_den_Flanken_des_Fruchtkörpers"><span id="Hymenium_auf_der_Oberfl.C3.A4che_oder_den_Flanken_des_Fruchtk.C3.B6rpers"></span>Hymenium auf der Oberfläche oder den Flanken des Fruchtkörpers</h2></div>
<dl><dt>Resupinate Fruchtkörper</dt>
<dd>Als resupinat bezeichnet man einen Fruchtkörper, der flächig ausgebreitet dem Wirt oder Substrat aufliegt. Auch der Rand liegt auf und ist nicht aufwärts gebogen. Sie kommen sowohl bei Ständerpilzen als auch bei Schlauchpilzen vor. Bei dem Fruchtkörpertyp kann die Fruchtschicht (<a href="Hymenium" title="Hymenium">Hymenium</a>) über die ganze Oberfläche verteilt sein.</dd></dl>
<dl><dt>Corticoide Fruchtkörper <span id="Corticioid_(Mykologie)"></span></dt>
<dd>Corticoide Fruchtkörper sind resupinate Fruchtkörper, die krustenförmig und flach auf dem Substrat ausgebreitet sind, ohne dass dabei der Rand oder eine Hutkante absteht. Die Wuchsform ist typisch für viele Rinden- und Schichtpilze.<sup id="cite_ref-Jahn_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Jahn-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<dl><dt>Becherförmige Fruchtkörper</dt>
<dd>Becherförmige Fruchtkörper kommen vor allem bei den Ascomyceten vor. Typisch sind sie zum Beispiel für die Orangebecherlinge (<i>Aleuria</i>).<sup id="cite_ref-gerhardt_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-gerhardt-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Krieglsteiner_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-Krieglsteiner-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<dl><dt>Clavarioide Fruchtkörper</dt>
<dd>Clavarioide Fruchtkörpern sind keulenförmig oder korallenförmig, wie das typisch für die <a href="Holzkeulen" title="Holzkeulen">Holzkeulen</a> (<i>Xylaria </i>), <a href="Wiesenkeulen" title="Wiesenkeulen">Wiesenkeulen</a> (<i>Clavulinopsis</i>) und <a href="Korallen_(Pilze)" title="Korallen (Pilze)">Korallen</a> (<i>Ramaria</i>) ist.<sup id="cite_ref-gerhardt_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-gerhardt-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Krieglsteiner_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-Krieglsteiner-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Fleischroter_Zystidenrindenpilz" title="Fleischroter Zystidenrindenpilz">Fleischroter Zystidenrindenpilz</a> (<i>Peniophora incarnata</i>) mit resupinatem bzw. corticoidem Fruchtkörper</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Orangeroter_Becherling" class="mw-redirect" title="Orangeroter Becherling">Orangeroter Becherling</a> (<i>Aleuria aurantia</i>) mit becherförmigen Fruchtkörpern</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Vielgestaltige_Holzkeule" title="Vielgestaltige Holzkeule">Vielgestaltige Holzkeule</a> (<i>Xylaria polymorpha</i>) mit keulenförmigen Fruchtkörpern</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Orangegelbe Gebirgs-Koralle (<i>Ramaria largentii</i>) mit koralligem Fruchtkörper</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hymenium_auf_der_Unterseite_des_Hutes">Hymenium auf der Unterseite des Hutes</h2></div>
<p><span id="pileat"></span>
</p>
<dl><dt>Pileate oder hutförmige Fruchtkörper</dt>
<dd>Der Fruchtkörper ist hut- oder konsolenförmig. Das <a href="Hymenophor" title="Hymenophor">Hymenophor</a>, das von der Fruchtschicht überzogen wird, liegt auf der Unterseite des Hutes. Das Hymenophor hat die Aufgabe, die Oberfläche der Fruchtschicht durch Lamellen, Stacheln oder Röhren zu vergrößern. Fruchtkörper mit Hut, zentral-stehendem Stiel und Lamellen werden auch als <i>agaricoid</i> bezeichnet, da ihr Fruchtkörperbau dem eines <a href="Champignons" title="Champignons">Champignons</a> (<i>Agaricus</i>) gleicht. Besitzen sie statt der Lamellen Röhren, werden sie als <i>boletoid</i> (also Steinpilz-ähnlich) bezeichnet. Fruchtkörper mit einem kurzen, seitlichen Stiel bezeichnet man auch als <i>pleurotoid</i>, da dies die typische Wuchsform der <a href="Seitlinge" title="Seitlinge">Seitlinge</a> (<i>Pleurotus</i>) ist. Pilze mit fächerförmigen Fruchtkörpern werden <i>flabelliform</i> genannt.</dd></dl>
<p><span id="effusoreflex"></span><span id="effusoreflexisch"></span><span id="effusreflex"></span>
</p>
<dl><dt>Effuso-reflexe Fruchtkörper</dt>
<dd>Effus(o)reflex(isch)e Fruchtkörper werden auch als <b>halbresupinat</b> bezeichnet. Auch diese Fruchtkörper liegen dem Substrat auf, die Ränder sind aber hutartig aufwärts gebogen.</dd></dl>
<dl><dt>Stereoide Fruchtkörper <span id="Stereoid_(Mykologie)"></span></dt>
<dd>Stereoide Fruchtkörper sind halbresupinate Fruchtkörper wie sie für viele Rinden- und <a href="Schichtpilze" title="Schichtpilze">Schichtpilze</a> typisch sind.<sup id="cite_ref-Jahn_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Jahn-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<dl><dt>Sekotioide Fruchtkörper</dt>
<dd>Sekotioide Fruchtkörper befinden sich in einem Zwischenstadium zwischen Hutpilz und Bauchpilz. Bei ihnen ist der Stiel oft fast vollständig reduziert und im Hutteil nur noch als Columella erkennbar. Der Hut öffnet sich nur noch unvollständig oder gar nicht mehr. Auch die Lamellen sind nur noch teilweise oder gar nicht mehr vorhanden und werden durch eine kammerige oder schwammig-poröse <a href="Gleba" title="Gleba">Gleba</a> ersetzt. Die Sporen fallen nicht mehr ab, sondern werden verstäubt.</dd></dl>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Der Fliegenpilz hat einen <i>agaricoiden</i> Fruchtkörper (Hut, Stiel und Lamellen)</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Der Steinpilz hat einen pileaten, <i>boletoiden</i> Fruchtkörper (Hut, Stiel und Röhren)</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Der Austernseitling hat einen pileaten, pleurotoiden Fruchtkörper mit seitenständigem Stiel.</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Viele Arten aus der Gattung <i>Stereum</i> haben effuso-reflexe Fruchtkörper, die häufig als stereoid bezeichnet werden.</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><i>Arcangeliella crassa</i> ein Pilz mit sekotioidem Fruchtkörper aus der Milchlingsverwandtschaft</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hymenium_im_Inneren_des_Fruchtkörpers"><span id="Hymenium_im_Inneren_des_Fruchtk.C3.B6rpers"></span>Hymenium im Inneren des Fruchtkörpers</h2></div>
<dl><dt>Gasteroide oder sequestrate Fruchtkörper</dt>
<dd>Als gasteroid bezeichnet man Pilze, bei denen die Sporen im Inneren des Fruchtkörpers, in der sogenannten <a href="Gleba" title="Gleba">Gleba</a>, gebildet werden. Meist bezeichnet man diese Pilze einfach als <a href="Bauchpilze" class="mw-redirect" title="Bauchpilze">Bauchpilze</a> (Gastromyceten). Die Gleba, das sporenbildende, fertile Innere des Fruchtkörpers, liegt über der sterilen Subgleba und ist bei einigen Bauchpilzen durch eine pergamentartige Trennschicht, das Diaphragma, von dieser getrennt. Gleba und Subgleba werden gemeinsam von einer von der <a href="Peridie" title="Peridie">Peridie</a>, der Außenhülle des Fruchtkörpers, umschlossen. Die Peridie ist meist mehr schichtig aufgebaut. Das innere Schicht einer zweischichtigen Peridie, wird als <a href="Endoperidie" class="mw-redirect" title="Endoperidie">Endoperidie</a>, die äußere als <a href="Exoperidie" class="mw-redirect" title="Exoperidie">Exoperidie</a> bezeichnet. Fruchtkörper, die eine vorgeformte Öffnung zur Sporenausbreitung haben, werden als angiocarp, solche ohne vorgeformte Öffnung als cleistocarp bezeichnet. Erdsterne besitzen eine scheitelständige Öffnung der Endoperidie, die man als <a href="Peristom_(Botanik)" title="Peristom (Botanik)">Peristom</a> bezeichnet, sie haben angiocarpen Fruchtkörper, während die Fruchtkörper der Trüffel, die keine Öffnung besitzen, cleistocarp sind.</dd></dl>
<p>Früher wurden die Bauchpilze als eigenständige Verwandtschaftsgruppe angesehen, neuere molekularbiologische Untersuchungen haben aber gezeigt, dass Bauchpilze innerhalb der Basidiomyceten mehrmals unabhängig voneinander entstanden sind.
</p><p>In der neueren Literatur wird häufig der Begriff <i>sequestrat</i> verwendet. Als sequestrat werden Basidio- oder Ascomyceten bezeichnet, die ihre Sporen nicht aktiv freisetzen, sondern bei denen die Basidien oder Asci im Inneren des Fruchtkörpers heranreifen. Die Bezeichnung kann sowohl für echte Trüffel als auch für trüffelartige oder secotioide Fruchtkörper verwendet werden.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Der Flaschenstäubling hat einen gasteroiden Fruchtkörper.</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Auch bei Erdsternen werden die Sporen im Inneren des Fruchtkörpers gebildet.</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Nur noch im Jugendstadium als Hexenei ist erkennbar, dass die Stinkmorchel eigentlich ein Bauchpilz ist.</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Bei der reifen Stinkmorchel ist die sporenbildende Gleba als schwarzgrüne Masse auf dem Hut zu sehen.</div>
</li>
</ul>
<p><span id="Epig.C3.A4en"></span><span id="Epigäen"></span><span id="Hypo.C3.A4en"></span><span id="Hypoäen"></span>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lage_der_Fruchtkörper"><span id="Lage_der_Fruchtk.C3.B6rper"></span>Lage der Fruchtkörper</h2></div>
<dl><dt>Epigäische Fruchtkörper</dt>
<dd>Die Fruchtkörper wachsen oberirdisch, wie das bei den meisten Pilzen der Fall ist. Pilze mit oberirdischen Fruchtkörpern werden auch als <b>Epigäen</b> bezeichnet.</dd></dl>
<dl><dt>Hypogäische Fruchtkörper</dt>
<dd>Als hypogäisch werden Fruchtkörper bezeichnet, die unterirdisch im Boden wachsen, wie das typisch für die <a href="Tr%C3%BCffel" title="Trüffel">Trüffel</a> oder Falsche Trüffel ist. Pilze mit unterirdischen Fruchtkörpern werden auch als Hypogäen bezeichnet.<sup id="cite_ref-gerhardt_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-gerhardt-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Krieglsteiner_3-2" class="reference"><a href="#cite_note-Krieglsteiner-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fruchtkörper_bei_Bakterien"><span id="Fruchtk.C3.B6rper_bei_Bakterien"></span>Fruchtkörper bei Bakterien</h2></div>
<p>Bakterien der Gattung <a href="Myxobacteria" title="Myxobacteria">Myxobacteria</a>, wie <i><a href="Myxococcus_xanthus" title="Myxococcus xanthus">Myxococcus xanthus</a></i> oder <i>Stigmatella aurantiaca</i>, sind ebenfalls zur Fruchtkörperbildung befähigt. Diese entstehen als Abschluss eines für <a href="Prokaryot" class="mw-redirect" title="Prokaryot">Prokaryoten</a> außergewöhnlich komplexen Lebenszyklus durch Bildung einer mehrzelligen Struktur von bis zu über 0,5 mm Größe. Die Fruchtkörper sind deshalb teilweise schon mit bloßem Auge erkennbar. Je nach Art können dabei einzelne oder verzweigte Fruchtkörper entstehen.
Die Fruchtkörper enthalten Myxosporen, die den Bakterien primär als Verbreitungseinheit dienen und eher weniger als Überdauerungsform.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Sporenabdruck" class="mw-redirect" title="Sporenabdruck">Sporenabdruck</a></li>
<li><a href="Volva" title="Volva">Volva</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Hans Otto Schwantes: <cite style="font-style:italic">Biologie der Pilze</cite>. 1. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8252-1871-6.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Fruchtk%C3%B6rper&rft.au=Hans+Otto+Schwantes&rft.btitle=Biologie+der+Pilze&rft.date=1996&rft.edition=1.&rft.genre=book&rft.isbn=3825218716&rft.place=Stuttgart&rft.pub=Ulmer" style="display:none"> </span></li>
<li>Ewald Gerhardt: <cite style="font-style:italic">Röhrlinge, Porlinge, Bauchpilze, Schlauchpilze und andere</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Pilze. Spektrum der Natur</cite> (= <cite style="font-style:italic">BLV Intensivführer</cite>). <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>2</span>. BLV, München / Wien / Zürich 1985, ISBN 3-405-12965-6, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>22–26</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Fruchtk%C3%B6rper&rft.atitle=R%C3%B6hrlinge%2C+Porlinge%2C+Bauchpilze%2C+Schlauchpilze+und+andere&rft.au=Ewald+Gerhardt&rft.btitle=Pilze.+Spektrum+der+Natur&rft.date=1985&rft.genre=book&rft.isbn=3405129656&rft.pages=22-26&rft.place=M%C3%BCnchen+%2F+Wien+%2F+Z%C3%BCrich&rft.pub=BLV&rft.series=BLV+Intensivf%C3%BChrer&rft.volume=2" style="display:none"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Mushrooms?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Fruchtkörper (von Ständerpilzen)</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Fungi_by_shape?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: verschiedene Fruchtkörperformen</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Jahn-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Jahn_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Jahn_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">
<a href="Hermann_Jahn_(Biologe)" title="Hermann Jahn (Biologe)">Hermann Jahn</a>: <cite style="font-style:italic">Stereoide Pilze in Europa (Stereaceae Pil. emend . Parm. u. a ., Hymenochaete )</cite>. mit besonderer Berücksichtigung ihres Vorkommen s in der Bundesrepublik Deutschland. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Westf%C3%A4lische_Pilzbriefe" title="Westfälische Pilzbriefe">Westfälische Pilzbriefe</a></cite>. VIII. Band, <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>4–7</span>, 1971 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://wwwuser.gwdg.de/~rjahn/Pilzbriefe/PB_Bd_8_11.pdf">Westfälische Pilzbriefe</a> [PDF; <span style="white-space:nowrap">5,7<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>MB</span>]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Fruchtk%C3%B6rper&rft.atitle=Stereoide+Pilze+in+Europa+%28Stereaceae+Pil.+emend+.+Parm.+u.+a+.%2C+Hymenochaete+%29&rft.au=Hermann+Jahn&rft.date=1971&rft.genre=journal&rft.issue=4-7&rft.jtitle=Westf%C3%A4lische+Pilzbriefe&rft.volume=VIII.+Band" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-gerhardt-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-gerhardt_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-gerhardt_2-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-gerhardt_2-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">
Ewald Gerhardt (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Pilze Band 1: Lamellenpilze, Täublinge, Milchlinge und andere Gruppen mit Lamellen</cite>. Spektrum der Natur BLV. BLV Verlagsgesellschaft, München/Wien/Zürich 1984, ISBN 3-405-12927-3, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>34–37</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Fruchtk%C3%B6rper&rft.btitle=Pilze+Band+1%3A+Lamellenpilze%2C+T%C3%A4ublinge%2C+Milchlinge+und+andere+Gruppen+mit+Lamellen&rft.date=1984&rft.genre=book&rft.isbn=3405129273&rft.pages=34-37&rft.place=M%C3%BCnchen%2FWien%2FZ%C3%BCrich&rft.pub=BLV+Verlagsgesellschaft" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-Krieglsteiner-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Krieglsteiner_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Krieglsteiner_3-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Krieglsteiner_3-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">
<a href="German_Josef_Krieglsteiner" title="German Josef Krieglsteiner">German Josef Krieglsteiner</a> (Hrsg.): <i><a href="Die_Gro%C3%9Fpilze_Baden-W%C3%BCrttembergs" title="Die Großpilze Baden-Württembergs">Die Großpilze Baden-Württembergs</a>.</i> Band 1: <i>Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel- und Porenpilze.</i> Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3528-0, S. 53–55.</span>
</li>
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